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Hier habe ich Euch eine Fahrwerkstabelle zum Download bereitgestellt, damit Ihr an der Strecke an Eurem Fahrwerk arbeiten könnt.

 

Fahrwerkstabelle zum Download

 

Es ist wichtig, wenn Ihr anfangt, am Fahrwerk zu drehen, daß Ihr die Klicks und Umdrehungen immer notiert!!!

 

Habt Ihr den "richtigen Dreh" gefunden, braucht Ihr beim nächsten Besuch der gleichen Strecke (bei ungefähr gleichen Wetterverhältnissen!), nur noch nachschlagen und einstellen.

 

Trocken-Setup gilt nicht im Regen! Dreht man bei Regen sein gut funktionierendes Trockensetup um 2 Klicks auf, so liegt man da schon ganz richtig.

 

Gabel Druckstufe Die Druckstufe der Gabel wird an der unteren Schraube je Gabelholm eingestellt.  Zu beachten ist, daß man immer die offenen "Klicks" zählt. Das heißt, wenn jemand von 10 Klicks Druckstufe spricht, dann heißt dies, daß die Schraube der Druckstufe ganz zugedreht wird (rechtsrum) und dann solang aufgedreht wird, bis 10 Klicks hörbar waren.  Die Druckstufe ist für die Geschwindigkeit des Einfederns verantwortlich. 
Gabel Zugstufe

 

Die Zugstufe der Gabel wir an der oberen Schraube (mittig, zwischen den meist eloxierten Federvorspannungsschraube) je Gabelholm eingestellt.

 

Zu beachten ist, daß man immer die offenen "Klicks" zählt (siehe oben).

 

Die Zugstufe ist für die Ausfedergeschwindigkeit verantwortlich.

 

Federvorspannung

 

Die Federvorspannung der Gabel wird mit den großen Schrauben oben je Gabelholm eingestellt. Die Schrauben sind meist eloxiert und es sind eingedrehte Ringe sichtbar.

 

Anhand dieser Ringe misst man die Federvorspannung. Die Anzahl der zu sehenden eingedrehten Ringe beschreibt die Federvorspannung.

 

Die "Härte" der Feder kann über die Federvorspannung nicht verändert werden. Über die Federvorspannung wird lediglich das Fahrzeugniveau bzw. der Negativfederweg der Gabel eingestellt.

 

Geht die Gabel bei harten Bremsmanövern trotz korrektem Negativfederweg und eingestellter Druckstufendämpfung "auf Block", ist die Kennlinie der eingebauten Gabelfedern nicht dem Fahrergewicht angepasst.

 

 

Grundsätzliches

 

Meistens ist die vom Hersteller empfohlene Fahrwerkseinstellung eine gute Ausgangsbasis für persönliche Fahrwerkseinstellungen.

 

Erst wenn der eigene "Speed" steigt und man das Fahrwerk in dieser Einstellung an seine Grenzen bringt, oder in manchen Streckenabschnitten "Probleme" bekommt und diese analysieren kann, kann man durch entsprechende Einstellungen an den "vielen Schräubchen" dem entgegen wirken.

 

Es gibt verschiedene Grundaussagen zur Fahrwerkseinstellung an denen man sich orientieren kann/sollte:

 

So weich wie möglich, so hart wie nötig. (fast schon eine historische Weisheit ;-) )
Das Fahrwerk sollte vorne und hinten synchron arbeiten. Front und Heck sollte in der Ein-/Ausfedergeschwindigkeit gleichmäßig sein. Egal, ob gleich soft/schnell oder hart/langsam, Hauptsache vorne und hinten gleichmäßig.

 

Wenn jetzt noch das Reifenabriebbild fein krümmelig ist, ist man auf dem richtigen Weg.

 

 

Fahrwerk Tipps

Allgemeines Fahrwerksetup 

Vorderrad

Ursache

Auswirkung

Abhilfe

Federvorspannung zu hoch / zu harte Feder 

Schlechtes Ansprechverhalten der Gabel, Lenkerschlagen beim Beschleunigen und Querrillen, schlechte Vorderradführung, hoperiges Fahren 

Federvorspannung verringern, eventuell andere Gabelfeder mit progressiver Wirkung einbauen 

Federvorspannung zu niedrig / zu weiche Feder

Motorrad sinkt tief ein, zu viel Negativfederweg, Durchschlagen beim Bremsen, eventuell aufsetzen in Kurven oder bei Bergabfahrt

Federvorspannung erhöhen, eventuell härtere Feder einbauen

Druckstufendämpfung zu hart 

Schlechtes Ansprechverhalten der Gabel, schlechte Vorderradführung, Neigung zum Stempeln beim Bremsen. 

Geringere Druckstufe einstellen, eventuell dünneres Gabelöl verwenden.

Druckstufendämpfung zu weich 

Durchschlagen beim Bremsen, schnelles Eintauchen beim Lastwechsel und beim Bremsen. 

Druckstufe erhöhen, eventuell dickeres Gabelöl einfüllen.

Zugstufendämpfung zu hart 

Gabel federt langsam aus, keine exakte Linie in Kurven m�glich, federt Unebenheiten nicht aus, schlechtes Einlenkverhalten

Zugstufendämfung verringern, eventuell dünneres Öl verwenden.

Zugstufendämpfung zu weich 

Unruhiges Vorderrad, schwingt nach, Aufschaukeln. Gabel federt zu schnell aus.

Zugstufendämfung erhöhen, eventuell dickeres Öl verwenden. 

Luftkammer zu groß 

Gabel neigt zum Durchschlagen, zu wenig Federhärte am Ende des Federwegs. 

Erhöhung des Ölstands in kleinen Schritten.

Luftkammer zu klein 

Hartes Ansprechverhalten mit Neigung zum Lenkerschlagen, Stempelneigung des Rads beim Bremsen, unkomfortabel.

Verringerung des Ölstands in kleinen Schritten. Beider Holme gleich befüllen! 

 

Hinterrad

Ursache

 Auswirkung

 Abhilfe

Federvorspannung zu hoch 

Zu wenig Negativfederweg, Motorrad wird Kopflastig, Lenkerschalgen, Überlastung der Gabel bei Bergabfahrten.

Federvorspannung verringern, eventuell weichere Feder einbauen.

Federvorspannung zu niedrig

Motorrad geht zu tief in die Federn, zuviel Negativfederweg, trotzdem unkomfortabel. Durchschlagen und Pendeln bei Bodenwellen. Rühren bei 2-Mann-Betrieb, Verringerung der Bodenfreiheit. 

Federvorspannung erhöhen, eventuell härtere Feder einbauen

Druckstufendämpfung zu hart

Sehr bockiges Fahrverhalten, Hinterrad stempelt in schnellen Kurven, besonders beim beschleunigen. Motorrad springt. 

Geringere Druckstufe einstellen, eventuell anderen Stoßdämpfer verwenden, oder Federbein beim Spezialisten einstellen lassen. 

Druckstufendämpfung zu weich

Motorrad schlägt beim Einfedern durch, harte Schläge an der Maschine. Typisch, aufschaukeln beim Herausbeschleunigen aus Kurven.

Druckstufe erhöhen, eventuell anderen Stoßdämpfer verwenden, oder Federbein beim Spezialisten einstellen lassen. Federbein verschlissen?

Zugstufendämpfung zu hart 

Motorrad federt langsam aus und führt dadurch im harten Federbereich, Rad federt keine Unebenheiten aus, Pendelneigung bei Bodenwellen, geringe Bodenfreiheit.

Zugstufendämpfung verringern, eventuell Federvorspannung erhöhen.

Zugstufendämpfung zu weich

Motorrad federt zu schnell aus, neigt zum Nachschwingen und Aufschaukeln. Konstante Unruhe am Hinterrad, Rad neigt zum Stempeln. 

Erhöhung der Zugstufe, eventuell Federvorspannung verringern, verschlissene Dämpfer tauschen.